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Immoraum Redakteur2026-03-29 08:40:492026-03-29 08:40:49Markteinblick – Mehrfamilienhäuser Stuttgart 2025: Stärkstes Wachstum aller WohngebäudetypenWohnimmobilienmarkt Stuttgart 2025/2026
Der Stuttgarter Wohnimmobilienmarkt hat sich 2025 spürbar erholt. Das ist die zentrale Botschaft der 120. Mitgliederversammlung des Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümervereins Stuttgart und Umgebung e.V. (Haus & Grund Stuttgart), die am 28. März 2026 in der Liederhalle Stuttgart, Hegel-Saal, Berliner Platz 1–3, 70174 Stuttgart, stattfand. Als Gastredner präsentierte Steffen Bolenz, stellvertretender Vorsitzender des Gutachterausschusses für die Ermittlung von Grundstückswerten in Stuttgart und Leiter der Abteilung Immobilienmarktanalyse und Wertermittlung im Stadtmessungsamt, die aktuellen Marktdaten für das Stuttgarter Stadtgebiet und die Region.
Kaufaktivität zieht deutlich an
Gegenüber dem Vorjahr verzeichnete der Wohnimmobilienmarkt Stuttgart 2025 ein Plus von elf Prozent bei den Kauffällen — rund 5.400 Transaktionen insgesamt. Der Geldumsatz stieg auf 2,89 Milliarden Euro, drei Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders dynamisch entwickelte sich das Segment der bebauten Grundstücke: Rund 930 bebaute Grundstücke wechselten den Eigentümer, ein Zuwachs von 16 Prozent gegenüber 2024, mit neun Prozent mehr Geldumsatz. Das Wohnungs- und Teileigentum als tragende Säule des Stuttgarter Wohnungsmarkts wuchs sowohl bei den Kauffällen als auch beim Geldumsatz um jeweils zwölf Prozent: Rund 3.800 Transaktionen summierten sich auf 1,26 Milliarden Euro.
Trotz dieser Erholung bleibt der Markt unter Vorbehalt. Der Geldumsatz liegt weiterhin unter dem langfristigen Mittel — die Boom-Jahre 2021 und 2022 wurden 2025 nicht wieder erreicht. Bolenz fasste die Entwicklung der vergangenen fünf Jahre prägnant zusammen: Boom bis Mitte 2022, getragen von niedrigen Zinsen, hoher Nachfrage und reichlich Liquidität. Dann die Korrektur durch Zinswende, Inflation und engere Finanzierungsspielräume. Seit 2024 schließlich eine Stabilisierung — je nach Teilmarkt seitwärts oder mit leichtem Plus.
Immobilienpreise Stuttgart 2026: Bestand stabil, Neubau bleibt teuer
Der Stuttgarter Wohnimmobilienmarkt zeigt im Frühjahr 2026 eine deutliche Preisspreizung zwischen Bestand und Neubau. Laut Gutachterausschuss Stuttgart lag der mittlere Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen im Neubau 2025 bei 8.240 Euro — knapp doppelt so viel wie im Bestandssegment mit durchschnittlich 4.240 Euro pro Quadratmeter. Der IVD-CityReport Stuttgart Frühjahr 2026 des IVD Süd e.V. bestätigt diesen Befund und aktualisiert ihn: Neubauwohnungen mit gutem Wohnwert kosten im Stuttgarter Stadtgebiet aktuell durchschnittlich 8.500 Euro pro Quadratmeter, ein Anstieg von 3,7 Prozent gegenüber Herbst 2025. Bestandswohnungen mit gutem Wohnwert notieren bei rund 5.000 Euro pro Quadratmeter und haben sich seit Frühjahr 2024 konstant auf diesem Niveau gehalten. Eigentumswohnungen im einfachen und sehr guten Wohnwertsegment verteuerten sich im Halbjahresvergleich um jeweils rund 3,5 Prozent.
Baugrundstücke in Stuttgart blieben im Halbjahresvergleich Herbst 2025 – Frühjahr 2026 preislich stabil. Grundstücke für Einfamilienhäuser in guter Wohnlage lagen zuletzt bei durchschnittlich 1.320 Euro pro Quadratmeter, Baugrundstücke für den Geschossbau bei 1.500 Euro pro Quadratmeter. Viele Bauträger agieren weiterhin vorsichtig beim Erwerb neuer Grundstücke in Stuttgart und der Region — in Kommunen wie Leinfelden-Echterdingen, Fellbach, Esslingen am Neckar und Ludwigsburg ist eine ähnliche Zurückhaltung zu beobachten.
Neubau: Hohe Preise, schwierige Vermarktung
Der Stuttgarter Neubaumarkt befindet sich in einer strukturellen Spannung. Trotz moderateren Baukostensteigerungen seit 2024 lassen sich hochpreisige Neubauprojekte im Stadtgebiet Stuttgart nach wie vor nur schwer am Markt platzieren. Käufer zeigen Zurückhaltung angesichts der Kombination aus hohem Preisniveau und erhöhtem Zinsniveau. In Einzelfällen reagieren Projektentwickler und Bauträger, indem sie nicht verkaufte Einheiten in die Vermietung überführen — eine Marktanpassung, die auf laufende Einnahmen abzielt, während auf bessere Verkaufsbedingungen gewartet wird.
Zunehmend rücken Betriebskosten und Energiepreise in den Mittelpunkt der Kaufentscheidung. Bestandswohnungen mit effizienter Energiebilanz oder modernisierter Haustechnik gewinnen gegenüber großzügig ausgestatteten, aber teuren Neubauwohnungen an relativer Attraktivität — ein Trend, der sich in der Nachfragestruktur des Stuttgarter Wohnungsmarkts 2026 deutlich abzeichnet.
Politische Rahmenbedingungen: Grunderwerbsteuer, Mietpreisbremse, GMG
Neben den Marktdaten bestimmte die wohnungspolitische Debatte die Agenda der Mitgliederversammlung. Vereinsvorsitzender Joachim Rudolf zeigte sich zuversichtlich, dass im Rahmen der laufenden Koalitionsverhandlungen in Baden-Württemberg eine Absenkung der Grunderwerbsteuer — zumindest für junge Familien beim Ersterwerb — gelingen könnte. Bei der Mietpreisbremse plädierte er für das Modell Schleswig-Holstein: schlichte Abschaffung. Die Mietpreisbremse schaffe keinen Wohnraum, sondern verwalte lediglich vermeintlichen Mangel. Der IVD Süd e.V. schließt sich dieser Forderung an und sieht eine Reduzierung oder zeitlich befristete Aussetzung der Grunderwerbsteuer als wirksameres wohnungspolitisches Instrument.
Auf Bundesebene haben CDU/CSU und SPD Ende Februar 2026 Eckpunkte für ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) vereinbart. Das bisherige Heizungsgesetz wird abgeschafft, die 65-Prozent-Vorgabe für erneuerbare Energien gestrichen. Für Eigentümer von Bestandsimmobilien in Stuttgart und ganz Baden-Württemberg bedeutet das erheblich mehr Planungssicherheit bei anstehenden Sanierungsentscheidungen — ein regulatorischer Kurswechsel, der am Markt bereits wahrgenommen wird.
Ausblick Stuttgart 2026: Vorsichtiger Optimismus, strukturelle Bremsen bleiben
Bremsende Faktoren bleiben 2026 hohe Baukosten, strukturelle Industrie- und Konjunkturrisiken in der Region Stuttgart sowie geopolitische und energiepolitische Unsicherheiten. Gleichzeitig senden Politik und Markt erste positive Signale: Preisstabilität im Bestandssegment, ein möglicher Impuls durch die Grunderwerbsteuer und der Wegfall der GEG-Novelle schaffen ein vorsichtig optimistisches Umfeld.
Für Kaufinteressenten im Bestandssegment bietet der Stuttgarter Wohnimmobilienmarkt 2026 ein realistisches Einstiegsfenster — Preise auf dem Niveau von 2020/2021, ohne die Überhitzungsmerkmale der Boom-Phase. Entscheidend bleibt die Finanzierungsstruktur: Zins- und Kaufnebenkosten, insbesondere die Grunderwerbsteuer in Baden-Württemberg, sind weiterhin der wesentliche Kalkulationsfaktor.
FAQ: Wohnimmobilienmarkt Stuttgart
Wie hat sich der Stuttgarter Wohnimmobilienmarkt 2025 entwickelt? Der Markt hat sich 2025 deutlich belebt: 5.400 Kauffälle (+11 %), 2,89 Milliarden Euro Gesamtumsatz (+3 %). Laut Gutachterausschuss Stuttgart befindet sich der Markt in einer Stabilisierungsphase nach der Korrektur 2022/2023.
Was kostet eine Eigentumswohnung in Stuttgart 2026? Bestandswohnungen mit gutem Wohnwert notieren laut IVD-CityReport Frühjahr 2026 bei durchschnittlich 5.000 Euro pro Quadratmeter, Neubauwohnungen bei 8.500 Euro pro Quadratmeter.
Lohnt sich ein Immobilienkauf in Stuttgart 2026? Das Bestandssegment zeigt seit zwei Jahren Preisstabilität auf gesunkenem Niveau — ein Einstiegsfenster für Käufer mit tragfähiger Finanzierung. Kaufnebenkosten, insbesondere die Grunderwerbsteuer in Baden-Württemberg, bleiben der entscheidende Kalkulationsfaktor.
Was fordert Haus & Grund Stuttgart für den Wohnungsmarkt? Vereinsvorsitzender Joachim Rudolf fordert die Absenkung der Grunderwerbsteuer für junge Familien beim Ersterwerb sowie die Abschaffung der Mietpreisbremse. Die Mietpreisbremse schaffe keinen Wohnraum, sondern verwalte vermeintlichen Mangel.
Welche Stuttgarter Stadtteile sind für den Wohnungskauf besonders relevant? Nachgefragt sind Stuttgart-Mitte (70173, 70174), Stuttgart-West (70197), Stuttgart-Süd (70176, 70178), Stuttgart-Nord (70190, 70191) und Stuttgart-Ost (70188, 70186) sowie höherpreisige Lagen in Degerloch (70597), Sillenbuch (70619) und Vaihingen (70567).
Was ändert das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) für Eigentümer? Das GMG schafft das bisherige Heizungsgesetz und die 65-Prozent-Vorgabe für erneuerbare Energien ab. Für Eigentümer von Bestandsimmobilien in Stuttgart bedeutet das deutlich mehr Planungssicherheit bei Sanierungsentscheidungen.
Quellen: Gutachterausschuss für die Ermittlung von Grundstückswerten in Stuttgart / Stadtmessungsamt Stuttgart, Grundstücksmarktbericht 2025; IVD Süd e.V., IVD-CityReport Stuttgart Frühjahr 2026; Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümerverein Stuttgart und Umgebung e.V., 120. Mitgliederversammlung, 28. März 2026, Liederhalle Stuttgart. Stand: März 2026. Alle Angaben ohne Gewähr.
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