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Immoraum Redakteur2026-08-09 12:53:222026-08-09 12:54:07Mehrfamilienhaus verkaufen in Stuttgart: Wie der Verkauf abläuft – und warum diskret statt über PortalWas ist ein Tenant-Rep-Mandat?
Kurz zusammengefasst: Mieterberatung für Gewerbeimmobilien – im Fachjargon auch Tenant Representation genannt – ist die exklusive Beratung von Unternehmen bei der Anmietung von Büroflächen. Anders als bei der klassischen Maklertätigkeit arbeitet der Berater ausschließlich auf Mieterseite und wird nicht vom Vermieter vergütet. Im Stuttgarter Büromarkt 2026, der sich in eine knappe Innenstadt (Leerstand rund 2,5 Prozent) und einen insgesamt entspannteren Gesamtmarkt (rund 5 Prozent Leerstand, über 600.000 Quadratmeter ungenutzte Fläche) aufteilt, hilft ein solches Mandat Unternehmen, trotz unübersichtlicher Lage die passende Fläche zu marktgerechten Konditionen zu finden.
Der Stuttgarter Büromarkt zeigt aktuell ein Bild mit zwei Gesichtern. Auf der einen Seite stehen laut Marktbeobachtern über 600.000 Quadratmeter Bürofläche, die derzeit ungenutzt sind – Flächen, die aus früheren Homeoffice- und Konsolidierungsentscheidungen von Unternehmen stammen. Auf der anderen Seite fehlt es gerade an modernen, zentral gelegenen Flächen, die den heutigen Anforderungen an ESG-Standards, Flexibilität und Erreichbarkeit genügen.
Der Stuttgarter Büromarkt 2026 in Zahlen
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Leerstandsquote Gesamtmarkt | ca. 5 % | Immoraum Markteinblick 2025/2026 |
| Leerstandsquote Innenstadt (CBD) | ca. 2,5 % | Immoraum Markteinblick 2025/2026 |
| Spitzenmiete 1A-Lagen | ca. 39 €/m², steigend | Immoraum Markteinblick 2025/2026; CBRE H1 2026 |
| Flächenumsatz 2025 | ca. 155.900 m² (unter langjährigem Schnitt) | Immoraum Markteinblick 2025/2026 |
| Großabschlüsse über 10.000 m² in H1 2026 | 0 | Stuttgarter Zeitung, 30.07.2026 |
| Ungenutzte Bürofläche | über 600.000 m² | Stuttgarter Zeitung, 30.07.2026 |
Für mietende Unternehmen ergibt sich daraus eine unübersichtliche Lage: ein Markt, der insgesamt entspannt wirkt, sich bei genauerem Hinsehen aber in den gefragten Segmenten zunehmend verknappt. Genau in dieser Konstellation gewinnt ein Modell an Bedeutung, das in Deutschland noch nicht überall etabliert ist, in angelsächsischen Märkten aber seit Langem Standard ist: die Tenant Representation, kurz Tenant Rep.
Was ist ein Tenant-Rep-Mandat?
Bei einem Tenant-Rep-Mandat beauftragt ein Unternehmen einen Immobilienberater exklusiv damit, seine Interessen bei der Anmietung, Verlängerung oder Nachverhandlung von Büroflächen zu vertreten. Das schließt ausdrücklich auch den bestehenden Mietvertrag am aktuellen Standort ein: Ob eine Anmietung, eine Verlängerung oder eine Neuverhandlung des Bestandsvertrags die wirtschaftlich sinnvollere Option ist, wird in einer sogenannten Stay-or-Move-Analyse geprüft, bevor die eigentliche Strategie festgelegt wird. Der entscheidende Unterschied zur klassischen Maklertätigkeit liegt in der Interessenlage: Während ein Vermieter-Makler ein bestimmtes Objekt oder Portfolio an den Mann bringen will, arbeitet der Tenant-Rep-Berater ausschließlich für den Mieter und wird üblicherweise auch nicht von der Eigentümerseite vergütet. Das schafft eine klar definierte, konfliktfreie Beraterrolle.
Über die reine Flächenvermittlung hinaus übernimmt der Berater häufig auch die Steuerung des gesamten Anmietungsprozesses und koordiniert dabei weitere Dienstleister wie Architekten, Rechtsanwälte, Projektsteuerer oder Umzugsunternehmen – mit dem Ziel, Fristen und Schnittstellen zwischen den Beteiligten im Blick zu behalten.
Wie läuft ein Tenant-Rep-Mandat ab?
- Bedarfsanalyse: Flächenbedarf, Standortkriterien, Budget und strategische Ziele werden erfasst – etwa Mitarbeiterbindung, Repräsentation oder Flächenreduzierung.
- Stay-or-Move-Analyse: Bevor die eigentliche Strategie feststeht, wird geprüft, ob eine Verlängerung oder Nachverhandlung des bestehenden Mietvertrags am aktuellen Standort wirtschaftlich sinnvoller ist als ein Umzug – inklusive Vergleich der Kosten und Konditionen beider Optionen.
- Marktscreening: Der Berater prüft nicht nur öffentlich inserierte Flächen, sondern bezieht auch nicht ausgeschriebene Optionen und Off-Market-Objekte ein – als Vergleichsbasis und Verhandlungshebel, unabhängig davon, ob am Ende ein Umzug oder der Verbleib am Standort steht.
- Vergleich und Besichtigung: Angebote werden systematisch verglichen, Besichtigungen koordiniert.
- Verhandlung: Miethöhe, Ausbaukosten, Laufzeiten, Sonderkündigungsrechte und weitere Vertragsdetails werden verhandelt – bei einer Neuanmietung ebenso wie bei der Nachverhandlung eines bestehenden Mietvertrags.
- Vertrag und Umzug: Vertragsgestaltung sowie Verlängerung, Nachverhandlung oder Umzug werden begleitet.
- Prozesssteuerung: Über den gesamten Mandatsverlauf hinweg koordiniert der Berater weitere Dienstleister – etwa Architekten für die Flächenplanung, Rechtsanwälte für die Vertragsprüfung, Projektsteuerer und Umzugsunternehmen – und sorgt für einen abgestimmten Ablauf bis zum Einzug oder zur neuen Vertragslaufzeit.
Warum ist Tenant Rep im Stuttgarter Büromarkt 2026 sinnvoll?
In einem Markt mit reichlich verfügbarer Fläche mag ein solches Mandat verzichtbar erscheinen. Die aktuelle Stuttgarter Marktlage spricht jedoch dafür, genau jetzt strukturiert vorzugehen. Wo moderne, ESG-konforme Flächen in guten Lagen knapp werden und Eigentümer bei Objekten mit Nachholbedarf zugleich unter Vermietungsdruck stehen, entstehen auf beiden Seiten des Marktes Verhandlungsspielräume – die sich aber nur nutzen lassen, wenn ein Unternehmen den Markt in seiner ganzen Breite kennt, inklusive der nicht öffentlich beworbenen Optionen. Die geringe Zahl an Großabschlüssen und der unterdurchschnittliche Flächenumsatz deuten zudem darauf hin, dass viele Unternehmen ihre Standortentscheidung derzeit eher zögerlich treffen, obwohl sich in der Zwischenzeit Konditionen ergeben können, die in einem angespannteren Markt nicht verhandelbar wären.
Für mietende Unternehmen bedeutet das: Wer sich jetzt professionell beraten lässt, kann von der Marktbreite bei älteren Bestandsflächen profitieren, ohne bei der Suche nach hochwertigen Flächen im Nachteil zu sein. Beides erfordert jedoch eine kontinuierliche Marktbeobachtung und Verhandlungserfahrung, die viele Unternehmen intern nicht in dieser Tiefe vorhalten.
Das gilt ausdrücklich auch für Unternehmen, die aktuell keinen Umzug planen, sondern über ihren bestehenden Mietvertrag nachdenken. Gerade weil viele Eigentümer älterer Bestandsflächen in Stuttgart derzeit unter Vermietungsdruck stehen, lässt sich diese Marktlage auch nutzen, um bestehende Konditionen – etwa Miethöhe, Laufzeit oder Ausbauzuschüsse – neu zu verhandeln, statt vorschnell umzuziehen. Eine fundierte Stay-or-Move-Analyse macht sichtbar, welche Option wirtschaftlich tatsächlich die bessere ist.
Die Rolle von Immoraum
Immoraum begleitet Unternehmen in Stuttgart und der Region bei genau dieser Aufgabe: als Berater auf Mieterseite, der Flächensuche, Marktanalyse und Vertragsverhandlung koordiniert und dabei die Interessen des Mieters in den Mittelpunkt stellt. Bei Bedarf übernimmt Immoraum darüber hinaus die Steuerung des gesamten Anmietungsprozesses und bindet weitere Dienstleister ein – etwa Architekten, Rechtsanwälte oder Projektsteuerer – sodass die einzelnen Schritte bis zum Einzug aufeinander abgestimmt bleiben. Dabei greift Immoraum auf ein etabliertes Netzwerk an Architekten, Rechtsanwälten und weiteren Fachpartnern zurück, die je nach Projekt eingebunden werden.
Häufige Fragen zu Tenant Representation
Was kostet ein Tenant-Rep-Mandat?
Die Vergütung wird individuell vereinbart und hängt vom Umfang des Mandats ab. Sie wird üblicherweise nicht von der Vermieterseite getragen, was die Unabhängigkeit der Beratung sicherstellt. Meistens kann man dies jedoch in den Verhandlungen mit dem Vermieter über mietfreie Zeit kompensieen.
Für welche Unternehmen lohnt sich Tenant Representation?
Grundsätzlich für alle Unternehmen, die Büroflächen anmieten, verlängern oder ihren Bestand konsolidieren – besonders relevant wird es in Märkten wie Stuttgart, in denen sich Angebot und Nachfrage je nach Lage und Flächenqualität stark unterscheiden.
Worin unterscheidet sich Tenant Rep von einem klassischen Makler?
Ein klassischer Makler vertritt in der Regel die Vermieterseite und ein konkretes Objekt oder Portfolio. Ein Tenant-Rep-Berater ist exklusiv für den Mieter tätig und hat keinen Anreiz, eine bestimmte Fläche zu bevorzugen.
Wie lange dauert ein typisches Tenant-Rep-Mandat?
Das hängt von Flächengröße, Standortanforderungen und Marktlage ab. Von Bedarfsanalyse bis Vertragsunterschrift vergehen bei Büroflächen üblicherweise mehrere Monate.
Koordiniert Immoraum auch andere Dienstleister wie Architekten oder Rechtsanwälte?
Ja. Neben Flächensuche und Verhandlung steuert Immoraum bei Bedarf den gesamten Anmietungsprozess und greift dabei auf ein etabliertes Netzwerk an Architekten, Rechtsanwälten, Projektsteuerern und Umzugsunternehmen zurück, um Fristen und Schnittstellen aufeinander abzustimmen.
Kann auch ein bestehender Mietvertrag verhandelt werden, oder geht es nur um neue Flächen?
Ja. Ein Tenant-Rep-Mandat beginnt üblicherweise mit einer Stay-or-Move-Analyse, die prüft, ob eine Nachverhandlung des bestehenden Mietvertrags oder ein Umzug wirtschaftlich sinnvoller ist. Marktkenntnis und Verhandlungserfahrung lassen sich für beide Optionen nutzen – nicht nur für die Suche nach neuen Flächen.










